Alle Rechtsschulen sind in Themen des Glaubens und der Schriften mit den Lehren des Quran und der Sunna gleicher Meinung. Diese Schulen wetteifern untereinander bezüglich des Verständnisses, der Erklärung und des Lebens nach dem Willen Allahs und Seines Propheten (s.a.w.s).
Wenn die Ahl as-Sunna erklärt werden soll, muss man auch die Salafiyyah beschreiben, da diese Gruppe vom Anfang an existierte. „Salaf“ ist der Name jener Gefährten des Propheten (s.a.w.s), die ihm in der bestmöglichen Art folgten, so wie deren Anhänger. Al-`aqidah al-Salafiyyah war der Glaube aller Muslime, bevor die verschiedenen Glaubensschulen (i`tiqad) entstanden. Anders ausgedrückt ist es der aqidah der Generationen von den Ashab al-Kiram und Tabi'un. Die Grundlage der Lehre der Salafiyyahs ist, dass die Verse des Quran und die Hadithe unbedingt als wahr angenommen werden. Mit der Zeit traten zwei Rechtsschulen auf: die Maturidiyyah und Ash`ariyyah.
Imam Abu Mansur al-Maturidi, der Gründer der Maturidiyyah Schule wurde 238 AH (852 AD) in dem Dorf Maturid, Samarkand geboren und starb 333 AH (944 AD) in Samarkand. Sein generelles Verständnis war, die Vernunft gemeinsam mit der Offenbarung einzusetzen und wenn nötig, die Verse und Hadithe unter Einsatz der Vernunft zu deuten. Die meisten Hanafis und Türken folgten dieser Schule.
Abu al-Hasan al-Ash`ari, der Imam der Ash`ariyyah Schule, wurde 260 AH (873 AD) in Basra geboren und starb 324 AH (936 AD) in Baghdad. Da er vom Weggefährten Abu al-Musa al-Ash`ariyyah abstammte, nannte man ihn auch al-Ash`ari. Da er urkundlich mit der Schule der Shafi’i verbunden war, wurden seine Ansichten von den Shafi’is aufgenommen und verbreitet. Auch die Malikis fogten seinen Gedanken. Die Anhänger der Maturidiyyah und Ash’ariyyah Schulen unterscheiden sich nur in wenigen Themen.
Die Maturidiyyah und Ash’ariyyah Schulen stellen den Ahl as-Sunna’s Glauben dar. Viele andere Schulen tauchten auf, wie die Charidschiten, Mu’tazilah, Murjiah, Jabriyyah, Mushabbihah, und andere. Diese haben wieder andere Unterteilungen. Diese Gruppen werden nicht als Teil der Ahl as-Sunna anerkannt.
Alle Schulen innerhalb der Ahl as-Sunna befinden sich im Kreis der Wahrheit (haqq) und befinden sich auf dem Rechten Pfad. Differenzen unter ihnen verursachen keine Spaltung (fitnah); sondern bringen eher Gnade. Aus diesem Grund müssen alle Anhänger dieser Schulen die anderen Rechtsschulen anerkennen.
Die Rechtsschulen entstanden im Bereich der Islamischen Jusprudenz (fiqh) und des Glaubens (i’tiqad) und weichen nicht vom Quran und der Sunna ab. Aus diesem Grund vertreten sie keine neue Religion, sondern sind Institutionen, die dem Islam auf den Gebieten des Glaubens, der Ethik und Lehre dienen. Sie sind der Ausdruck des Islams, so wie er gegenwärtig ist. Alle entstanden als Ergebnis einer dringenden Notwendigkeit und alle basieren auf dem Quran und der Sunna.
Die Gläubigen müssen über die Islamische Jurisprudenz (fiqh) und Ethik gleich wie über den Glauben nachdenken, weil jede ein Teil und eine Ergänzung des anderen ist. Fiqh ermöglicht den Menschen zu wissen, was ihnen in allen Lebenslagen nützt (bzw. nicht nützt). Die Religion besteht aus Glauben, religiösen Bräuchen und Benehmen.